Warum Entwicklung und Entwicklungshilfe zwei grundlegend unterschiedliche Dinge sind

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„Wenn die Weißen nicht lernen, ist das unser Ende.“ (Der Schamane und die Schlange, 2016)

Für gesellschaftliche, soziale, politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten im Süden hat der Norden jede Menge entwicklungspolitische Projekte parat. Umgekehrt sind weltverbessernde Projekte aus Lateinamerika, Asien oder Afrika in Europa Mangelware. Die propagierte „Entwicklungspartnerschaft auf Augenhöhe“ basiert bis heute auf einem Ungleichgewicht, da Werte, Technologie und Expertise auf einer Einbahnstraße von Norden nach Süden verlaufen. Gleichzeitig entstehen weltweit immer mehr alternative Entwicklungsansätze, die den Ist-Zustand anprangern und zu verändern versuchen.

Unser Lebensstil ist nicht erstrebenswert

„1,5 Erden bräuchte die Weltbevölkerung derzeit, um den weltweiten Bedarf an Rohstoffen, Ackerland, Wasser und Wäldern nachhaltig zu decken. Würden alle Länder weltweit so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar 2,6 Planeten notwendig“, so germanwatch. Offensichtlich lebt der Westen über die Verhältnisse der Welt hinaus – das macht ihn abhängig vom Süden. Entwicklungsländer werden genutzt, um Beschaffungsmärkte für Rohstoffe und Absatzmärkte für eigene Produkte zu generieren. Ohne den Produktionsort und Wirtschaftsmarkt „Südhalbkugel“ wäre die Nordhalbkugel in ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Verfassung undenkbar. Statt vermeintlich mehr zu geben, sollte der Norden bewusst weniger nehmen. Die enorme Über- und Ausnutzung von Land, Leuten und Rohstoffen hinterlässt für alle sichtbar ihre Spuren. Weil Menschen das nicht hinnehmen, wandeln sich Ansichten und Praktiken.

Postkolonial, Postwachstum, sozialökologisch und kollektiv – das ist der Prozess

Wir finden sie weltweit – Bewegungen, die scheinbar fixe Wachstumsimperien hinterfragen und Alternativen kreieren. Zunehmend wird klar: Unendliches Wachstum auf einer endlichen Welt ist logisch unmöglich. Die Welt wandelt sich und zwar bottom up. Bewegungen der Zivilgesellschaft sprießen aus der Erde.

Entwicklung, wie sie sein könnte

1.       Survival – globale Bewegung für die Rechte indigener Völker. Einsatz für den Erhalt traditioneller Lebensweisen, Landschutz und einer selbstbestimmten Zukunft. Mehr Informationen: www.survivalinternational.de <br> 2.       Pachamama Alliance – Bildungs- und Aktionsarbeit für eine ökologisch nachhaltige, geistig erfüllende, sozial gerechte menschliche Präsenz auf diesem Planeten. Mehr Informationen: www.pachamama.org

Die Bestrebungen zeigen ihre Wirkung. Auch auf politischer Ebene wandelt sich etwas. Die von den Vereinten Nationen 2015 verfasste „2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung“ formuliert erstmals 17 Ziele für eine global nachhaltige Entwicklung, die auch die Industrieländer einschließt. Entwicklung ist Aufgabe der Weltgemeinschaft – gemeinsam und proaktiv.


Foto: Andres Cordoba


 

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