Morgens Input, nachmittags Visionen: Wandelwerkstatt in Köln

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65 Leute, fünf Tage, ein Ziel: die Welt verändern. Der Wandel-Campus in Köln hat Initiativen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit zusammengebracht.

“Verteile ein Lächeln.” “Mache ein Tiergeräusch!” “Hunger?” In der Michaeli-Schule Köln finden sich an diesem ersten Oktoberwochenende einige solcher Wegweiser. Auf bunten Zetteln kleben sie an Wänden, Säulen und Treppen, zeigen den Weg und lassen schmunzeln. Wer Ihnen folgt findet vielleicht die Mensa – auf jeden Fall aber Menschen, die hier zusammen träumen, planen und etwas bewegen wollen.

Komfortzone verlassen

“Wir alle haben eine Komfortzone, in der es uns gut geht. In der wir wissen, wie alles geht und in der wir uns wohlfühlen.” Helmut räuspert sich und blickt auf seinen Zettel. Um ihn herum sitzen 65 Leute, es ist der erste Abend des Wandel-Campus. Neben Helmut kauert Ilka, um sie herum schleicht Carina, der Drache, und gemeinsam erzählen die drei die Geschichte vom Ausbrechen aus der Komfortzone. Davon, in die nächste Zone, die Lernzone, einzutreten und schließlich mit den Drachen jenseits des Gewohnten zu tanzen.

Mit den Drachen tanzen, das wollen auch die 14 Projektinitiativen, die Anfang Oktober nach Köln gekommen sind. Für das Team der nächsten Und jetzt?! Konferenz heißt das zum Beispiel, sich ganz neu zusammen zu finden. Eine Energiegenossenschaft aus Hessen klemmt sich hinter die Computer, um die Website auf Vordermann zu bringen. Bei vielen geht es um die Jahresplanung, das nächste Teamtreffen oder darum, neue Wege der Finanzierung zu finden.Und während sich so nachmittags immer mehr Ergebnisse abzeichnen, gibt es am nächsten Morgen Workshops zu Themen wie Präsentation, Erlebnispädagogik oder Achtsamkeit.

Einer der Referenten ist Lukas Entezami. „Positive Psychologie. Mehr Leichtigkeit bitte“ heißt sein Workshop. Er ist Teil dieses Programms, das ein Team rund um Helmut, Ilka, Linda, Marten und Carina erarbeitet hat. Veranstalter sind jetzt zurückgekehrte Weltwärts-Freiwillige („WinD“), die „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiner“ und „Engagement Global“.

Leichtigkeit und Schwere finden

Lukas Entemazis Teilnehmer sollen sich heute fragen, wie man die Leichtigkeit im Alltag findet – auch dann, wenn man sich oft mit globalen Problemen beschäftigt. Eine Möglichkeit wäre sicher, singend Fahrrad zu fahren, eine andere ist es, zu zeichnen: Wie mag deine Leichtigkeit wohl aussehen? Mag sie Bandnudeln? Und wie heißt sie? Einmal gezeichnet, fällt es nicht schwer, wie, sagen wir Herbert, durch den Raum zu hüpfen. Herbert ist ein kuschliges Kerlchen, aber er tanzt eben auch extrem gern.

Neben Herbert gibt es einen Gegenspieler: Schwermut, Leistungsdruck, wie auch immer er heißen mag. Auch diese Figur hat nun ein Recht, ausgelebt zu werden. Wie fühlt es sich an, wenn Liese, der Selbstzweifel zu Besuch ist? Nachdem die Teilnehmer wie ihre Figuren durch den Raum gelaufen sind, sich mal umarmt, mal keines Blickes gewürdigt haben, stellen sie fest: zwischen den Rollen zu wechseln scheint gar nicht so schwierig.

Wenn also demnächst wieder die ganz eigene Liese vorbeikommt, kann man ihr getrost einen Tee anbieten, wissend, dass sie eine Figur von vielen ist – und vielleicht gar ein Drache, mit dem es sich tanzen lässt. Und erst dann kommen auch die Projekte, an denen die 65 Teilnehmenden sonst arbeiten einen Schritt weiter.

 

Mehr zum Thema:

Wer mit dem Gedanken spielt, den Campus im nächsten Jahr mit zu gestalten, ist herzlich eingeladen, sich auf den Campus-Team-Verteiler zu setzen (in dem man einfach eine Mail schickt) und zum Treffen am 3./4. Februar nach Berlin zu kommen.

 

Kommende Veranstaltungen:


Foto: Wandelcampus

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1 Comment

  1. 31. Oktober 2017 at 16:49 — Antworten

    Liebe Redaktion

    Vielen Dank für den tollen Artikel
    Marten, wird im Text zwar nicht genannt, hat den Campus aber durch wundervolle Meditationen am Morgen und Abend ganz schön mitgestaltet.

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