Dokumentation Tomorrow: Visionen für die Welt!?

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2012 erscheint in der Zeitschrift Nature eine Studie der Vereinten Nationen, die den Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren voraussagt. Globale Erwärmung, knappe Nahrungsmittel, Naturkatastrophen, wirtschaftlicher Kollaps. Ist das wirklich die Welt in der wir leben wollen?

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Seit 2. Juni ist der Film von Mélanie Laurent
und Cyril Dion in Kinos zu sehen.

Nein, denken sich die französische Schauspielerin Mélanie Laurent und ihr Partner Cyril Dion und machen sich auf die Suche nach Lösungen. Sie treffen Menschen auf der ganzen Erde, die daran arbeiten die Welt neu zu gestalten. Daraus entstanden ist der Dokumentarfilm TOMORROW. Ein Film, der Hoffnung macht.

Detroit, eine Stadt mit ehemals 2 Millionen Einwohnern, davon sind heute noch etwa 700.000 übrig. Leerstehende Häuser, brachliegende Flächen, grau in grau. Aber nicht alles ist farblos, manch eine der verlassenen Flächen leuchtet grün: urbane Gärten. Nicht nur kleine Gärtchen in Hinterhöfen, sondern große Felder mit vielen Anbauflächen. Das “urban gardening”, also das Anbauen des eigenen Gemüses in Gemeinschaftsgärten liegt in vielen Städten voll im Trend. Doch was romantisch klingt ist viel Arbeit, erzählt Malik Yakini aus Detroit, denn jede Aufgabe wird von Hand erledigt.

Mikrofarmen statt industrieller Landwirtschaft

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Permakultur in der Normandie

Doch Handarbeit ist ertragreicher als industrielle Landwirtschaft, das zeigt zumindest auch der kleine Permakultur-Betrieb Bec Hellouin von Perrine und Charles Hervé-Gruyer in Frankreich. Dort wird komplett auf den Einsatz von Maschinen, und damit auf den Verbauch von Erdöl, verzichtet. Das Ergebnis ist leckeres Bio-Gemüse und davon ganz schön viel.

Bei Permakultur werden viele verschiedene Arten zusammen in einem Beet angebaut, zum Beispiel Tomaten mit Basilikum. Basilikum braucht und verträgt nicht viel Licht und wird von den Tomatenpflanzen beschattet, dafür reichert es den Boden mit Nährstoffen an. Ein ideales Zusammensein. Es ist möglich die Weltbevölkerung zu ernähren, man braucht nur mehr Ideen wie diese: raus aus der konventionellen Landwirtschaft, in der alles von jedem strickt getrennt wird, hin zu anderen Systemen. Mehr produzieren, aber nicht durch größere Flächen, sondern durch Umstrukturierung.

Lokale Währungen statt monetärer Monokultur

Genauso wie bei der Landwirtschaft ist auch beim Thema Wirtschaft die Lösung des Problems: kleinräumiger denken. Lokale Wirtschaften stärken und gegen die monetäre Monokultur arbeiten. Ja: monetäre Monokultur, was für ein Wort! Es beschreibt das Vorhandensein von nur einer einzigen Währung.

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Warum 21 Pound? – Weil wir es können!

In vielen Städten, allen voran das englische Totnes, gibt es bereits eine eigene lokale Währung. Die ist außerhalb der Stadtgrenzen wertlos, mit dem Totnes Pound zum Beispiel, kann man nur in Totnes bezahlen. Genau deswegen aber bleibt das Geld in der Region und stärkt damit die lokale Wirtschaft.

Wir regieren uns selbst

Die Botschaft des Films ist klar; Michelle Long, Geschäftsführerin der Business Alliance for Local Living Economies, bringt sie auf den Punkt: “Wir dürfen nicht jemand anderen über unsere Zukunft bestimmen lassen. Wir machen das selbst. Wir produzieren unsere eigenen Güter, wir verwalten unsere Energie und unser Geld, wir regieren uns selbst.”

Jeder Ort, jede Gesellschaft, jede Initiative muss in sich eigenständig sein um zu funktionieren, aber wie die Zellen in einem Körper, sind alle miteinander verbunden. Ein riesiges Netzwerk an Einzelinitiativen, wobei die größte Stärke die Vielfalt ist.

Es ist nicht zu spät die Welt zu verändern, zu diesem Schluss kommen auch Cyril Dion und Mélanie Laurent, doch wir müssen jetzt damit anfangen. Diese Erkenntnis spiegelt sich im ganzen Film wieder. Bewegte und bewegende Bilder vermitteln das Gefühl mit Cyril und Mélanie auf Weltreise zu sein. Erzählpassagen wechseln sich mit Bildern und Musik ab, wodurch die Infos ganz nebenbei auftauchen.

Der Film zeigt die aktuelle Situation unseres Planeten und ruft Verzweiflung hervor. Gleichzeitig macht er Hoffnung, lässt viele Menschen zu Wort kommen, die sich nicht mit dieser Situation abgefunden haben und die etwas dagegen tun.

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Fotos: Tomorrow der Film/ Pressebilder


 

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