Mitmischen in Berlin: Kritik an weltwärts umsetzen

Mitmischen in Berlin: Kritik an weltwärts umsetzen

Niklas Rudolph

Niklas Rudolph

Nach seinem Freiwilligendienst in Mosambik (2009/10) drehte Niklas Filme für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Südafrika. Er studiert Musikjournalismus in Dortmund und arbeitet als freier Journalist für Radio, Online und Print.
Niklas Rudolph

Tim Kappelt von PFIF erklärt, wie Freiwillige sich an der Gestaltung von Freiwilligendiensten beteiligen und das politische Feld gestalten können. Dieser Artikel erschien im August 2015 in der Print-Ausgabe von mitten.drin.

Wenn Freiwillige aus ihrem Auslandsdienst zurückkommen, bringen sie meistens jede Menge Kritik und Verbesserungsvorschläge am Programm mit. Die Politische Freiwilligenvertretung internationaler Freiwilligendienste (PFIF) arbeitet in den politischen Gremien des weltwärts-Programms, damit diese Rückmeldungen auch ankommen.

„Ab März 2016 können alle Freiwilligen im Internet mitbestimmen, wie sich Freiwilligendienste und die Arbeit von zurückgekehrten Freiwilligen verändern muss“, sagt Tim Kappelt. Der 25-jährige sitzt seit 2014 als Vertreter der Freiwilligen im Programmsteuerungsausschuss des weltwärts-Programms.

Internetdemokratie à la Pirtatenpartei

„Erfreulicherweise haben wir einen Antrag durchbekommen mit dem wir Liquid Democracy einsetzen können, um unsere Entscheidungen zu legitimieren“, sagt er. Das prominenteste Beispiel für Liquid Democracy ist die Piratenpartei. Dort kann jedes Parteimitglied Vorschläge für Beschlüsse online stellen und darüber abstimmen lassen. Die populärsten Vorschläge werden dann von der Parteiführung umgesetzt.

„Damit bekommen wir eine größere Legitimierung durch die zurückgekehrten Freiwilligen in Deutschland“, sagt Tim. Sie seien die einzigen, die wüssten, wie ein Freiwilligendienst zu verbessern sei, und „sie können damit ihr Engagement nach der Rückkehr stärken.“

Bündeln der Energien

So arbeitet PFIF daran, dass neuen Initiativen eine zentrale Plattform zur Verfügung gestellt wird, über die sich deutschlandweite Kampagnen wie „VisaWie?!“ oder „weltwärts in Colour“ organisieren können. „Die Vernetzung soll nicht von geografischen Barrieren abhängig sein“, sagt Tim.

Das gilt auch für Tims Themenschwerpunkt. Er sitzt in der Arbeitsgruppe „Süd-Nord“ und entscheidet mit, wie das weltwärts-Programm mit Freiwilligen und Entsendeorganisationen aus dem globalen Süden umgeht. „Da ist zunächst einmal unsere Forderung, dass auch die Süd-Nord-Freiwilligen sich in ihren Heimatländern weiter engagieren.“ Im nächsten Jahr will das BMZ eine Konferenz für die Entsendeorganisationen aus dem globalen Süden ausrichten. „Da müssen auch Vertretende der Rückkehrendenarbeit dabei sein“, fordert Tim.

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Titelfoto: Lars Steffens / Flickr


 

 

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