Gentechnik: Gefährliches Gemüse?

Gentechnik: Gefährliches Gemüse?

Genfood. Ein abschreckendes Wort, klingt nach Labor, nach Mutanten, klingt unnatürlich und gefährlich. Dabei halten gentechnisch veränderte Lebensmittel viele Chancen bereit. Bevor wir etwas ablehnen, sollten wir versuchen zu verstehen, was wir eigentlich ablehnen. Dieser Schritt bleibt in Bezug auf Gentechnik überwiegend aus. Genfood klingt künstlich, also lieber mal dagegen sein?

Sei es Apfel, Birne, Mais oder Reis, kein Nahrungsmittel, das wir zu uns nehmen, ist so in der Natur entstanden, wie es heute auf dem Teller landet. Die Angst, durch Gentechnik die „natürlichen“ Arten zu verlieren, ist ein Hirngespinst, denn es gibt keine natürlichen Arten mehr.

Auch in der traditionellen Landwirtschaft werden die Genome der Lebensmittel manipuliert. Sie werden radioaktiv bestrahlt, chemisch behandelt; Erbgut wird verändert. Das ist Zucht. Der Unterschied zur Gentechnik ist, dass das Ganze ungerichtet stattfindet. Auf gut Glück wird eine Pflanze mit erbgutverändernden Stoffen bombardiert, bis man zu dem gewünschten Ergebnis kommt. Das wird von der Gesellschaft stillschweigend hingenommen und als „natürlich“ akzeptiert.

Lieber gezielte Gentechnik, statt großflächige Manipulation durch Zucht

In der Gentechnik wird das Erbgut nicht großflächig bearbeitet; es werden gezielt einzelne Gene ausgewählt und verändert. Das ist natürlich manipulativ, aber es ist kontrollierbar – im Gegensatz zu den erbgutverändernden Maßnahmen, die in der Zucht eingesetzt werden.

So wurde zum Beispiel der „Golden Rice“ entwickelt. Eine Reissorte, der es durch zwei Gene mehr im Erbgut möglich ist, Provitamin A in den Körnern zu bilden. Vitamin-A-Mangel führt unter anderem zu Blindheit und einer massiven Schwächung des Immunsystems und tritt vor allem in Regionen auf, wo Menschen sich  hauptsächlich von Grundnahrungsmitteln ernähren. Der goldene Reis ist eine Möglichkeit, ohne den Verzehr von zusätzlichen Lebensmitteln Vitamine aufzunehmen.

Gentechnik, eine Idee der Natur

In die DNA des goldenen Reis’ wurde ein Gen aus einem Bakterium eingefügt. So unnatürlich das klingen mag, in der Natur ist Genaustausch über Artgrenzen hinweg längst etabliert. Die Meeresschnecke E. chlorotica zum Beispiel integriert Gene aus Algen in ihr eigenes Erbgut; das Bakterium A. tumefaciens baut Teile seiner DNA in pflanzliche Zellen ein. Somit kommt die Idee der Gentechnik direkt aus der Natur.

Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind nicht gesundheitsschädigend. Was wir essen, wird im Magen verdaut, fertig aus, egal ob gentechnisch verändert oder nicht.  Genfood wird abgelehnt, weil die Menschen nicht verstehen, was es eigentlich ist. Es ist an der Zeit, die Kritik an der Gentechnik in Frage zu stellen.


Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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